Was man im Umgang mit blinden oder sehbehinderten Menschen beachten sollte

Wenn man einen Raum betritt,


sollte man sagen, wer man ist und warum man hereingekommen ist – auch wenn der Grund nichts mit dem blinden Menschen zu tun hat. Wenn man den Raum wieder verlässt, sollte auch dies unbedingt mitgeteilt werden.

Spricht man einen blinden Menschen an,

dann möglichst mit seinem Namen, damit er auch weiß, dass er gemeint ist.

Beim Führen eines Blinden

sollte man immer so gehen, dass die sehende Begleitung einen halben Schritt voraus ist, das heißt, der blinde Partner hakt sich unter oder ergreift den Arm des Begleiters (oberhalb des Ellenbogens).

Wenn man einen blinden Menschen begleitet

und ihn einen Moment allein lassen muss, sollte man immer auf eine Wand zum Anlehnen, eine Tischkante, eine Sitzgelegenheit o. Ä. hinweisen, damit er nicht das Gefühl hat, irgendwo mitten im Raum zu stehen.

Wenn man einem blinden Menschen einen Weg erklären will,

nicht mit allgemeinen Richtungsangaben wie: “da vorne“, „da hinten“ o. Ä., sondern so: „vor Ihnen rechts“, „nach ca.10 Schritten links einbiegen“, „am Ende des Teppichs geradeaus weiter bis zur Stufe“, etc. Die Angaben müssen sich auf etwas Konkretes beziehen.

Wenn man einen blinden Menschen auf etwas hinweisen will

- auf dem Tisch (auf seinem Teller) oder im Raum - so ist das Uhrenmodell sehr hilfreich:
„Ihr Fleisch liegt auf dem Teller zwischen 16.00 und 19.00 Uhr“
„Ihr Glas steht auf 11.00 Uhr vor Ihnen (oder vor Ihrem Teller)“
„Ihr Lieblingssessel steht, von Ihnen aus gesehen, auf 14.00 Uhr“.

Vieles ist für den blinden Menschen schwieriger und stressiger als für den sehenden – leider auch die Kommunikation mit seinen Mitmenschen.
Dies jedoch müsste nicht sein!

Auch wenn Sie sich zunächst befangen fühlen, gehen Sie auf den blinden Menschen zu, sprechen Sie ihn an, bieten Sie Ihre Hilfe an!

Seien Sie aber nicht beleidigt, wenn er sie ablehnt – er wird seine Gründe dafür haben. Vielleicht kennt er den Weg, möchte etwas alleine ausprobieren...

Denken Sie nicht, ein blinder Mensch sei schlecht gelaunt oder unansprechbar, weil er gerade sehr konzentriert und angespannt wirkt. Als blinder Mensch alleine unterwegs zu sein, verlangt tatsächlich ein Höchstmaß an Konzentration. Dabei wird niemand ein entspanntes Lächeln auf den Lippen haben. Das kann sich aber durch eine freundliche und höfliche Anrede schnell ändern.

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